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ZWANGSERKRANKUNGEN

Kennen Sie das Gefühl? Sie sitzen morgens im Auto und plötzlich sind Sie sich nicht mehr sicher, ob Sie das Licht abgedreht oder die Türe abgesperrt haben. Die meisten denken nun wahrscheinlich, dass sicher alles in bester Ordnung ist. Schließlich drehen sie immer das Licht ab und versperren auch immer die Haustüre. Warum also sollte es heute anders sein? Mit einigermaßen ruhigem Gewissen werden sie ihren Weg fortsetzen.
Bei manchen Menschen ist das anders. Sie werden immer wieder zurückfahren - egal, wie weit sie schon von zu Hause entfernt sind. Um noch einmal alles zu kontrollieren und noch einmal ... und wahrscheinlich noch einmal. Diese Menschen leiden unter einer Zwangsstörung. Eine innere Stimme "zwingt" sie dazu, bestimmte Handlungen auszuführen oder bestimmte Gedanken zu denken. Meist sind sie sich der Unsinnigkeit ihrer Handlungen bewusst.

Lieb gewonnene "Macke" oder Zwangserkrankung?
Jeder von uns hat gewisse Ticks, die wir uns nur schwer abgewöhnen können oder wollen, wie z.B. gewisse Essgewohnheiten oder das Schlafen auf einer bestimmten Seite des Bettes. Diese kleinen "Macken" machen oft das Besondere an einem Menschen aus und werden vielleicht manchmal belächelt, aber dennoch akzeptiert.
Wenn jedoch diese "Gewohnheiten" zum Zwang werden und die "Macke" den normalen Tagesablauf beeinträchtigt oder gar unmöglich macht, spricht man von einer Krankheit: Der Betroffene wäscht sich nicht nur einmal die Hände, sondern 50 Mal, die Wäsche in den Schränken ist wie mit einem Maßband sortiert oder jeder Bleistift muss an einem ganz bestimmten Platz liegen. Hände waschen oder Ordnung halten an sich ist nicht ungewöhnlich, nur die Häufigkeit der Ausführung ist bei Menschen mit Zwangsstörungen stark übertrieben.

Zwangshandlungen und Zwangsgedanken
Zu den häufigsten Zwangshandlungen gehören:
• Kontrollzwänge:
Ist das Licht abgedreht?
Habe ich den Herd ausgeschaltet?
Sind alle Türen verschlossen?
• Waschzwänge:
extrem häufiges Händewaschen oder Duschen
• Ordnungs- und Putzzwänge
• Zwang zum Sammeln von nutzlosen Gegenständen
Zu den häufigsten Zwangsgedanken gehören:
• zwanghafte Angst vor Infektionen, Ansteckung mit Krankheiten
• zwanghaftes Zweifeln: Habe ich die Türe auch wirklich zugesperrt?
• zwanghafte Vorstellungen/Bilder: z.B. von Flugzeugkatastrophen, Unfällen
• zwanghafte Impulse: z.B. mit dem Auto in eine Menschenmenge zu fahren